Präventionsmaßnahme Online-Seminar – Interview mit einem Betroffenen

Gastbeitrag

„Das Online Seminar ist es eine sehr gute und hilfreiche Präventionsmaßnahme für jeden Einzelnen, sich vor der Falle Burnout zu schützen.“ – Thorsten S., Burnout-Betroffener

Thorsten S. litt lange Zeit unter Burnout. Wie er die Zeit erlebt hat, was ihm geholfen hat und wie Online Seminare vor Burnout schützen können, hat er uns im Interview berichtet.

Herr S., Sie haben in Ihrem Leben unmittelbare Erfahrung mit Burnout gemacht. Können Sie uns anhand ein paar zentraler Stationen schildern, wie Ihr Leidensweg damals aussah?

Im Jahr 2005 wurde mir innerhalb meiner Firma eine Leitungsfunktion angeboten. Bis dato leitete ich ein kleines Team und sollte nun ins Management hinein. Vom Bauchgefühl habe ich gleich gedacht: „Nein, ich mach das nicht”. Ich fühlte mich überfordert – damals hätte ich schon drauf hören sollen. Ich habe den Job aber angenommen, es war ja auch eine große Chance!
Dort habe ich ein Jahr hart gearbeitet, um eine neue Abteilung aufzubauen. Nach einem Jahr ging dann das Leiden los: Ich war gereizter und merkte, ich habe weniger Energie. Ich habe das als vorübergehende Phase abgetan. Also habe ich immer weiter gearbeitet. Nach 1 ½ – 2 Jahren fingen meine Freunde und Familie an sich zu beschweren: „Wir sehen dich gar nicht mehr”. Mir war das nie aufgefallen.
Ich dachte nur noch an die Arbeit, litt unter Schlafstörungen. Nachts bin ich mehrmals aufgewacht, um 3 Uhr aufgestanden, habe mich an den Computer gesetzt und gearbeitet. Etwa 9 Monate ging das so weiter. In der Firma wurde ich immer gereizter, habe keine Kritik mehr angenommen, sondern alles als Angriff empfunden. Zu diesem Zeitpunkt habe ich fest gestellt, dass möglicherweise etwas nicht stimmen könnte. Trotzdem habe ich mir weiterhin eingeredet, dass es sich nur um eine Phase handelt, die wieder vorbei geht.
Schließlich fingen auch die körperlichen Probleme an. Ich bekam Schwindelgefühle und Sehstörungen. Ich bin von Arzt zu Arzt gerannt, doch keiner konnte Ursachen feststellen.
Dazu kam dann irgendwann der klassische Druck auf der Brust und die Angst überkommt einen: „Oh Gott, der Herzinfarkt kommt irgendwann!“
Inzwischen war es 2008. Meinen Sport hatte ich bereits hingeschmissen. Ich hatte keine Lust mehr, habe keine Freunde mehr getroffen. Die Abende habe ich auf der Couch verbracht und im Haushalt nicht mehr mitgeholfen. Das alles hat natürlich dazu geführt, dass ich zuhause Stress bekam. Dann habe ich – das werde ich nie vergessen – nach einem dreiwöchigen Urlaub, nach dem man ja eigentlich erholt sein sollte, aufgrund einer kleinen Streiterei meine Beziehung beendet. Ich war so gefühlskalt, hatte keine Energie mehr für Gefühlsduseleien.
Am nächsten Tag in der Firma bin ich dann physisch zusammen geklappt. Ich habe sowohl körperlich als auch psychisch viel durchgemacht.

War der Zusammenbruch für Sie der Zeitpunkt, an dem Sie sich eingestanden haben: “Ja, ich bin ausgebrannt. Es geht nichts mehr.“?

Nein, zunächst nicht! Ich bin nach dem Zusammenbruch zum Arzt gefahren, habe aber noch gar nicht realisiert, dass ich in diesem klassischen Burnout sein könnte. Meine Ärztin sagt zu mir: „Herr S. ich ziehe Sie jetzt erstmal für drei Wochen aus dem Verkehr, Sie sind ja völlig kaputt.” Da hab ich gesagt: „Nein, das machen Sie nicht! Eine Woche, ich muss wieder ins Büro!” Ich dachte wirklich, dass ein paar Tage reichen würden. Meine Ärztin sagte dann etwas, das für mich ein Schlüsselerlebnis war: „Herr S., Sie haben zwei Möglichkeiten: Ich ziehe Sie jetzt drei Tage aus dem Verkehr, Sie gehen wieder in die Firma und basteln an Ihrer Karriere weiter, dann sind Sie in 2 Jahren tot! Oder ich zieh Sie für länger aus dem Verkehr, Sie lassen sich richtig helfen und können dann wieder an Ihrer Karriere basteln.” Das sind harte Worte gewesen, aber sie sind angekommen.
Man fühlt sich als Schwächling, man hat versagt. Damit einher gehen Vergleiche mit den Kollegen. „Die anderen haben es doch geschafft. Warum schaffe ich es nicht?“ Man fühlt sich wert- und energielos. Hinzu kommen Versagensängste; Angst, den Job zu verlieren und große Selbstzweifel.
Zum Glück standen Freunde und Familie einhundertprozentig hinter mir, als ich mich schließlich dazu entschloss, in eine Klinik zu gehen. Sie waren froh, dass ich mir endlich helfen ließ, weil sie schon lange vor mir erkannt hatten, dass etwas nicht stimmt.

Ein Klinikaufenthalt ist ein enormer Schritt. Wie kann man sich mobilisieren, wenn man derart entkräftet ist?


Ich selbst konnte das gar nicht; ich wollte nicht. Ich war zuvor schon wöchentlich bei einem Therapeuten, der mir ans Herz legte, in eine Klinik zu gehen. Hinzu kam mein persönliches Umfeld, das meine Krankheit nicht mehr abfangen konnte. Meine Schwester hat den Termin in der Klinik für mich vereinbart. Ich lag nur auf der Couch, hatte gar keine Kraft. Ohne Hilfe hätte ich keine Chance gehabt. Schließlich stand der Termin fest und es hieß: „Morgen fährst du!“ – Und ich bin gefahren.

Wie kann man sich die Behandlung in einer Klinik vorstellen?


Als ich angekommen bin, war ich hilflos, hab mir alles angeguckt und mich zunächst fehl am Platze gefühlt. Ich fühlte mich ja noch immer nicht krank.
Zweimal in der Woche hatte ich Einzeltherapie, zusätzlich gab es Gruppengespräche. Man fängt wieder an Sport zu machen, man wird sogar dazu gezwungen. Es gibt Bewegungstherapien und Kunsttherapien. Ich hab angefangen mit Pappmaché zu basteln, was mir vorher nie eingefallen wäre, aber wirklich Spaß gemacht hat. Der Tag besteht aus Spaß und tiefgründigen Gesprächen, in denen analysiert wird. Einer der wichtigsten Faktoren sind die Gespräche mit den Mitpatienten in der Freizeit. Man tauscht sich aus und merkt, dass man nicht allein ist mit diesen Problemen. Das war eine riesige Hilfe.

Nach zwei Monaten bin ich als neuer Mensch aus der Klinik herausgetreten. Ich konnte wieder fühlen, war wieder neugierig auf Neues und hatte Lust, mich mit Menschen zu treffen. Jeder Mensch lebt und arbeitet nach Leitsätzen. Meine waren. „Ich muss es immer allen Recht machen“ und „Ich muss perfekt sein“. Ich habe gelernt, diese umzuformen. Ich muss es nicht allen Recht machen; ich kann heute auch mal Nein sagen. Ich habe meinen Stempel umgeschrieben in „Ich bin perfekt so wie ich bin.“
Ich habe auch gelernt, dass ich nicht sofort gesund bin; dass ich das Gelernte erst einmal in meinen Alltag integrieren muss. Das war harte Arbeit und hat lange gedauert.

Was können Sie Menschen raten, die erste Anzeichen von Burnout an sich feststellen?


Das ist eine schwierige Frage! Das Problem ist ja, dass viele die Anzeichen gar nicht erkennen. Es ist schon mal toll, wenn jemand erkennt, dass er ein Problem hat.
Noch besser ist natürlich Prävention. Ich kann jedem nur raten, schon mit einem guten Stressmanagement zu beginnen, bevor erste Symptome sichtbar werden.
Das Online Seminar von VTON ist es eine sehr gute und hilfreiche Präventionsmaßnahme für jeden Einzelnen, sich vor der Falle Burnout zu schützen.
Aus Erfahrung weiß ich, dass kleine Sachen ausreichend sind, um vor dem tiefen Fall geschützt zu sein. Im Online Seminar wird dieses in einfachen Schritten gezeigt und deutlich gemacht.

Was ist das Online Seminar?
VTON hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Versorgungslücke im Bereich der psychischen Versorgung durch Online Angebote zu verringern. Dabei geht es nicht darum, eine herkömmliche Mensch-zu-Mensch-Therapie zu ersetzen. Das Online Seminar „Stressbewältigung & Burnout Prävention“ dient vielmehr der Prävention, der Vermittlung von hilfreichen Strategien und Techniken für eine gesunde Work Life Balance.
Es handelt sich um das erste nach §§ 20 und 20a SGB V zertifizierte multimediale Online Seminar. Dadurch werden die Kosten in der Regel mit mindestens 80% von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Viele Krankenkassen kooperieren zudem mit VTON und bieten ihren Versicherten eine vollständige Kostenübernahme sowie weitere Bonusleistungen an.
Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements im Unternehmen ist das Online Seminar ebenfalls einsetzbar und ein kostengünstige Maßnahme, die Gesundheit der Mitarbeiter zu stärken.

Das 8-wöchige, multimediale Online-Präventionsprogramm ermöglicht es Ihnen, sich einen Überblick über das Phänomen Burnout und eine Einschätzung Ihres Ist-Zustands zu verschaffen.
Praxiserprobte Strategien werden interaktiv, informativ und unterhaltsam aufbereitet und umgesetzt. So werden die Teilnehmer motiviert und begleitet, selbstfürsorglich zu handeln und eine Stressreduktion zu bewirken. Konkret vermittelt sich dies mittels persönlicher Moderation und erklärenden Animationen von Wissensinhalten, über die Expertise von Fachleuten und Erfahrungsberichte von Betroffenen, sowie über interaktive Arbeitsblätter.

Die Vorteile im Überblick:

  • Kostenerstattung durch Ihre Krankenkasse
    Nach erfolgreicher Teilnahme (80% der Inhalte) ist eine Kostenübernahme von 80 bis 100% durch alle gesetzlichen Krankenkassen möglich.
  • Von Experten entwickelt
    Gemeinsam mit Prof. Dr. med. Helmut Peter, Gründer eines des größten verhaltenstherapeutischen Versorgungszentrums Deutschlands (VT Falkenried in Hamburg) und seinem Team, hat VTON das multimediale Seminar auf Grundlage von klinischen Forschungsergebnissen umgesetzt.
  • Jederzeit und überall verfügbar
    Das Online Seminar ist unabhängig von Zeit und Raum durchführbar. Sie müssen nicht zu einem festen Termin an einem bestimmten Ort sein müssen.
  • Einfache Bedienung
    Die Anwendung ist intuitiv. Die wöchentlichen Übungen und Dateien stehen Ihnen übersichtlich jederzeit zur Verfügung.
  • Anonyme Soforthilfe
    Die Teilnahme ist anonym. Bei betrieblich geförderter Teilnahme hat ihr Arbeitgeber weder Einsicht in die Daten, noch lassen sich Rückschlüsse auf Ihre Person ziehen.
  • Datensicherheit
    Datensicherheit ist für VTON eine Selbstverständlichkeit. Keinerlei Daten werden an Dritte weitergegeben.
    Verschaffen Sie sich gern einen Überblick auf unserer Homepage unter:
    www.vton.de

Frühzeitiges Eingreifen ist ein wesentlicher Faktor für Erfolg. Je früher desto besser!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>