Von Hamsterrädern

Wir sprechen heute vom Hamsterrad, wenn wir versuchen unsere Situation, in der wir uns befinden, zu beschreiben. Die Mehrheit aller Deutschen gibt an, sich gestresst und unter Druck zu fühlen. Die Mehrheit der Deutschen ist dabei, das eigene Hamsterrad anzutreiben anstatt in Zufriedenheit zu leben. Sie merken zwar, dass es Ihnen nicht gut geht, sie nicht glücklich und zufrieden sind, dennoch ändern sie nichts, sondern laufen nur noch schneller im Hamsterrad, immer bestrebt, Belastungssituationen zu bewältigen, ihre Pflichten und die Erwartungen anderer zu erfüllen. Mit dem Ergebnis, was ein Hamsterrad schon rein physikalisch auferlegt: Man kommt nie an.

Hamsterrad Burnout

Im Hamsterrad kann man NIE ankommen

Auch finanziell befinden sich fast alle Deutschen im Hamsterrad. Nämlich dann, wenn Sie als Angestellte oder Selbstständige ohne eigenverantwortliche Mitarbeiter tätig sind und nach dem Prinzip Arbeitszeit gegen Geld leben. Wenn sie arbeiten, fließt Geld, wenn sie nicht arbeiten, fließt kein Geld. Das trifft auf die Mehrzahl aller Deutschen nunmal zu. Dieses Hamsterrad ist fast noch existenzieller als das andere. Denn wenn man das erste Hamsterrad mit viel Disziplin und dem Wille zur Veränderung verlassen kann, ist dies beim finanziellen Hamsterrad nicht so leicht möglich. Dieses kann man nur verlassen, wenn man es schafft, einen Zustand finanzieller Unabhängigkeit zu generieren, d.h. so viel passives Einkommen erzeugt, um seinen Lebensstandard zu decken.

Dass das erste Hamsterrad unweigerlich in den Burnout führt, ist inzwischen hinlänglich bekannt. Schaffe ich es jedoch auszusteigen (durch Belastungsrückgang, Veränderung der Lebensstruktur, Grenzen setzen, Regeneration zulassen etc.), bin ich dennoch dabei, das finanzielle Hamsterrad anzutreiben. Hier stellt sich die Frage, ob auch dieses Hamsterrad in einem Burnout enden kann.

Wir meinen ja, denn Abhängigkeit bedeutet immer das Gegenteil von Freiheit. Abhängigkeit stellt immer eine Belastung und eine Fremdbestimmung dar. Fremdbestimmung ist eine der Hauptursachen für Burnout. Wer in Freiheit leben und sein Leben nach seinen Wünschen und Bedürfnissen gestalten kann, seine Tätigkeiten selbst bestimmen kann, ist wohl kaum Burnout gefährdet.

Die finanzielle Abhängigkeit ist ein Phänomen unser heutigen Gesellschaft. Ist im Umkehrschluss Burnout also doch ein gesellschaftliches Problem?

2 thoughts on “Von Hamsterrädern

  1. Leider merken es viele Betroffene erst zu spät, wenn sie einer psychischen Krankheit unterliegen. Dann ist es aber umso schwerer, wieder herauszukommen.
    Wich tist hald die Einsicht, Hilfe zu brauchen und diese dann auch anzunehmen

  2. Es ist wirklich oft schwer festzustellen, in welchem der beiden Hamsterräder man sich befindet. In vielen Fällen sind es doch beide.
    Bei Selbstständigen kommt ja oft noch hinzu, dass diese noch mit einigen anderen selbstständigen Menschen in Hamsterrädern zusammenarbeiten. Kommt es dann zu Zahlungsausfällen an einer Stelle ist das finanzielle Hamsterradrichtig am drehen. Dabei können sich viele Unternehmer gar nicht leisten, mal eben für ein paar Wochen oder Monate gezielt gegen Ihre Burnout-Probleme vorzugehen. Dann wäre Ihre Firma gefährdet und das finanzielle Hamsterrad würde qualmen.
    Ich denke schon, dass es ein gesellschaftliches Problem ist.

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